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Frag die Leute – Portugal: Alles für den Tourismus

by admin on Dez.08, 2010, under Tourismus

All das soll von den größenwahnsinnigen Tourismus-Planern nun zerstört werden. “Rückständig” nennen sie diese ur-portugiesische Lebensform ohne Hektik, Stress und Zivilisationskrankheiten und suchen diesen Landstrich an die sogenannte westliche Lebensweise anzupassen. Zerstört wird dabei ein Stück portugiesische Identität, so wie in der Algarve geschehen. Nicht wenige Portugiesen sagen, die Algarve gehöre nicht zu Portugal. Das ist alles schön und gut, aber wenn Du die Leute dort fragst, ob sie weiter mit xx% unterhalb der Armutsgrenze leben wollen, oder ob so ein paar Jobs in Hotels (so hässlich die Gebäude auch sein mögen) oder der Gastronomie (die Touristen möchten auch irgendwo essen gehen) nicht vielleicht doch eine schöne Sache wären… wie viele sind dann so erpicht darauf, ihren Lebensstil beizubehalten? Versteh’ mich nicht falsch. Ich kenne und liebe Portugal und die Portugiesen, und suche auch lieber die unberührten Ecken – eben da wo auch die Portugiesen hingehen – als die Touristenzentren. Aber ich weiß auch, dass es sehr sehr viel Armut gibt in diesem Land, und das was Du so schön als “typisch Portugiesisch” romantisierst, vor allem ein Ausdruck dieser Armut ist. Mit dem gleichen Recht könnte man den Leuten im Ruhrpott sagen: dass die Zechen schließen ist gut, denn nun habt ihr mehr Zeit, Brieftauben zu züchten. Ich glaube kaum, dass sich allzu viele dieser Meinung anschließen dürften. Man sollte also nur zusehen, dass die Folgen der Tourismusindustrie nicht allzu schlimm werden. Also wenigstens die ärgsten Bettenburgenverhindern. Und solchen Quatsch wie die Luxus-Golf-Insel. Wer so was mag, der wird eh’ lieber nach Dubai fliegen.

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